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Lost in Translation ; )

Shanghai- eine Megacity mit ca. 18 Millionen Einwohnern und wir zwei mittendrin, da passt die Ueberschrift einfach wie die Faust aufs Auge xD  Die Fahrt von Hangzhou zum Shanghai- Westbahnhof fand diesesmal in einem wirklich komfortablen, sogar fuer europaeische Masstaebe modernen Schnellzug statt und dauerte ca 1,5 stunden... wobei entlang der Strecke die ganze Zeit ueber nur mehrstoeckige Haeuser zu sehen waren, so als waeren wir durch eine einzige riesige Stadt gefahren...

Das Hostel, das wir nach anfaenglichen Schwierigkeiten dann doch fanden, lag natuerlich (wie ueblich^^) in einem der besten Bezirke der Stadt- im Putuo District: Der Zustand der Strasse vermittelte ein gewisses Endzeitflair, ein "Massage"salon (vielleicht waren es wirklich nur massagesalons, wir wissen es nicht- hier sind sowohl apotheken als auch supermaerkte, restaurants und normale geschaefte so bunt beleuchtet wie es bei uns nur spielhallen sind) reihte sich an den naechsten, und (bis auf unser hostel) waren alle haeuser mehr oder weniger stark renovierungsbeduerftig... nach unserer ankunft war auch nicht mehr allzu viel los (war ja auch schon nach 20 uhr...), weshalb wir nur noch eine runde durchs stadtviertel machten und uns mit den obligatorischen chinesischen snacks eindeckten, die wir noch probieren mussten^^

Am naechsten Tag stand zuerst der Shanghaier Hauptbahnhof auf dem Programm- fuer unseren geplanten Zug nach Zoucheng gab es keine Tickets mehr und im Hostel wurde uns geraten, einen Ueberlandbus direkt nach Qufu zu nehmen... also auf zum Bahnhof und Tickets kaufen! Gar nicht so einfach, wenn die groesse des Bahnhofsgelaendes etwa der Fuerther Innenstadt entspricht, aber nach einer ca. einstuendigen Suche fanden wir den Schalter fuer die Tickets (an dieser Stelle moechten wir den zahlreichen chinesischen Polizisten danken, ohne deren Hilfe wir vermutlich immer noch auf dem Bahnhof herumirren wuerden! xD). Auch dabei festigte sich unser Bild der Landesbevoelkerung mal wieder, als wir in einem kleinen Laden mit Mangafiguerchen, Hello Kitty-Merchandise und aehnlichem Kram standen- als die mit abstand juengsten Kunden, da die meisten anderen Anwesenden chinesische Businessmaenner mit Anzug& Aktentasche waren...^^'     

Nachdem das erste Abenteuer ueberstanden war, nahmen wir das naechste in Angriff: U-bahnfahren in Shanghai... bis zum Bersten vollgestopfte Waggons, in die vom eigens dafuer angestellten Personal noch mehr Fahrgaeste hineingedraengt werden, laute, ueberfuellte Bahnsteige, an denen jede Orientierung unmoeglich ist, unsere Gesichter an den Fensterscheiben plattgedrueckt, waehrend irgendwer direkt neben uns eine stark nach Knoblauch riechende
Mahlzeit verzehrt... so oder so aehnlich stellt man sich das ganze ja immer vor. Die Wahrheit ist: Die Waggons sind gross und gut klimatisiert, waren nie staerker ueberfuellt als die Nuernberger Ubahn an einem Freitagabend und das Ubahnnetz ist zwar wirklich gross, laesst sich aber wirklich schnell durchschauen, wenn man des Englischen maechtig ist...*g* Die Metro stellte sich fuer uns also als wirklich gute Alternative zum Taxi heraus, da man so den chinesichen Strassenverkehr zumindest streckenweise umgehen kann ; ) Unser erstes Ziel war der Pudong District, das hochmoderne Bankenviertel am Fluss- den wir, um die Skyline sehen zu koennen, logischerweise ueberqueren mussten... wir hatten vor, durch den "Sightseeing Tunnel" ans andere Ufer zu kommen, allerdings mussten wir dazu erstmal den Tunneleingang finden, der sich nicht da befand, wo er laut unserem Reisefuehrer sein sollte^^ So kamen wir auf der Suche aber noch dazu, die "Perle des Orients" (Fernsehturm von Shanghai und zweithoechstes Gebaeude Asiens) aus der Naehe zu bewundern- leider ist der komplette Turm aufgrund einer Geschmacksverirrung des Architekten in einem hoechst abartigen Rosa gehalten... und wir fanden eine Bratwurstbude, die "German Sausages" verkaufte- natuerlich war auf dem Schild ein Mann namens "Mr. Bratwurst" mit Lederhosen und Filzhut zu sehen- manchmal ist es doch ganz gut, dass die Chinesen uns nicht ansehen koennen, aus welchem Land wir kommen ; ) (und keine angst, wir haben nichts dort gegessen!) Irgendwann fanden wir dann den Zugang zum Sightseeing Tunnel- durch diesen faehrt man in einer Art vergroesserter Telefonzelle auf Schienen, begleitet von sehr...futuristischer Musik und Lichteffekten aller Art, von regenbogenfarbenen Lichterketten ueber hellgruene Laserstrahlen bis zu blinkenden LEDs ist alles dabei... wer einmal durch diesen Tunnel gefahren ist, dem sind ab sofort alle Drogen zu langweilig xD Noch leicht benommen von der Fahrt fanden wir uns auf dem Bund wieder, einer Art Uferpromenade, von wo aus wir die erleuchtete Skyline betrachten konnten- wie immer verfolgt von Chinesen, die sich mit uns fotografieren lassen wollten (irgendwann bekamen wir sogar zwei kleine Kinder in die Hand gedrueckt, aber keine Sorge- wir durften sie ihren Eltern wieder zurueckgeben)... und nach einem Abstecher in die groesste Shoppingmeile Shanghais ging es mit der Metro dann wieder zurueck ins Hostel- natuerlich fuhr keine U-Bahn mehr, als wir umsteigen wollten (waere in einer Stadt wie Shanghai ja auch zuviel verlangt, dass um 23 Uhr noch Ubahnen fahren...) und wir liefen die restlichen eineinhalb Stationen, was in etwa 30-40 Minuten dauerte... Shanghai ist eben doch nicht Fuerth ; )

Dem ueblichen Sightseeing am naechsten Tag (Jadebuddhatempel) folgte ein Kinobesuch... wir schauten uns "Storm Rider", einen chinesischen Anime an- zum Glueck mit englischen Untertiteln, auch wenn diese uns nicht wirklich geholfen haben, die Story zu verstehen...*g* Jedenfalls wurden alle Klischees bedient, wie wir es auch schon von gewissen chinesischen Soap-operas gewohnt sind (zwei Brueder mit tragischer Kindheitsgeschichte, natuerlich lastet ein Fluch auf den beiden und einer von ihnen verliert noch dazu sein Gedaechtnis, ausserdem kann ausnahmslos jeder in diesem Film Kungfu, es kommt eine Gruppe verwaister Kinder vor, die sich zwar mit Diebstahl durchschlagen muessen, die aber trotzdem "gut" sind und so weiter und so fort...)^^ Da wir recht spaet zurueck zum Hostel kamen und am naechsten Tag um 6 Uhr auschecken wollten, wurde die Nacht einfach mal durchgemacht, da wir noch einen deutschen Gespraechspartner im Gemeinschaftsraum angetroffen hatten (Hey Thore! Viele Gruesse an dich, falls du das hier lesen solltest- hoffen, du bist gut angekommen!)... und gegen 4 Uhr morgens kam ein recht angetrunkener Ami hinzu, der von sich erzaehlte, er sei einer der Mitgruender von Facebook, Andrew McCollum... natuerlich haben wir ihm das zuerst nicht ganz geglaubt, er hat uns aber seinen Account gezeigt und wir haben es nochmal bei Wikipedia& Google ueberprueft- es stimmt wirklich! oO Wen man hier in China nicht alles trifft, und noch dazu in irgendeinem Youth Hostel in Shanghai...*g* Unsere Begegnung dauerte aber nicht sehr lange, da wir wie gesagt um 6 ausgecheckt haben, um unseren Bus nach Qufu zu kriegen. Ein Reisebus, zum Glueck mit Klimaanlage, und wie immer voller Chinesen... aus den planmaessigen 7-8 Stunden Fahrzeit wurden 12, da der Fahrer aus nicht erkennbaren Gruenden auf so ziemlich jede Tankstelle und jeden Rastplatz am Weg fuhr und dort fuer 5- 10 Minuten stehenblieb (manchmal, ohne dass irgendwer ausgestiegen ist)... selbstverstaendlich lief die ganze Fahrt ueber der Fernseher und unterhielt die Fahrgaeste mit viel zu laut gestellten chinesischen Historien-/ Kungfu-/Schnulzfilmen, die von allen Anwesenden (ausser uns...) mit echtem Interesse verfolgt wurden -.- Eins koennen wir von uns sagen: Wir haben inzwischen gelernt, so ziemlich ueberall und bei jeder Geraeuschkulisse zu schlafen ; )  Doch auch diese Busfahrt war irgendwann vorbei- wenn auch nicht so ganz, wie wir uns es vorgestellt hatten... Der Fahrer fuhr an der Ausfahrt nach Qufu vorbei, hielt ca. 100m weiter auf dem Standstreifen und bedeutete uns, auszusteigen... Zum Glueck mussten noch ein paar Einheimische hier raus, sonst haetten wir erstmal nicht weitergewusst- aber so machten wir es wie die Chinesen (die sich mal wieder als das hilfsbereiteste Volk ueberhaupt erwiesen haben und uns zum Glueck was von unserem Gepaeck abgenommen haben : )): ueber die Leitplanke und dann die Boeschung hinuntersteigen... Diese Art von "Bushaltestelle" scheint hier ueblich zu sein, unten warteten naemlich schon ein paar Autos, von denen uns eins mitnahm- wir sind also doch im Hostel angekommen, wenn auch etwa 5 Stunden spaeter als geplant ; )

27.7.08 04:18
 


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